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Karl Veitschegger (2012) Ostern – höchstes christliches Fest „… am
dritten Tage auferstanden von den Toten.” Diese Worte des Apostolischen
Glaubensbekenntnisses benennen das zentrale Geheimnis des christlichen
Glaubens: die Auferstehung Jesu am frühen Sonntagmorgen nach seinem
Kreuzestod am Freitag und seiner „Grabesruhe“ am Samstag. Fest
aller Feste Ostern, das Fest der Auferstehung Christi, ist
das älteste und höchste aller christlichen Feste. Nach einem Wort des hl.
Bischofs Gregor von Nazianz († 390) überragt es alle anderen Feiertage, wie
der Glanz der Sonne die Sterne überstrahlt. Bewegliches
Fest Im Unterschied zu Weihnachten ist Ostern ein
bewegliches Fest. Der Ostersonntag wird immer am Sonntag nach dem ersten
Vollmond im Frühling gefeiert. Er kann also zwischen dem 22. März und dem 25.
April liegen. Nach dem Ostertermin richten sich auch die Termine für den
Aschermittwoch (zwischen 4. Februar und 10. März), für Christi Himmelfahrt
(40 Tage nach Ostern), Pfingsten (50 Tage nach Ostern) und Fronleichnam (61
Tage nach Ostern). Christus
– Osterlamm Vorbild des christlichen Osterfestes ist das
jüdische Ostern: das Pessach-Fest
(aramäisch Pas-cha
gesprochen). An diesem wird der Auszug des Volkes Israel aus der Sklaverei
Ägyptens gefeiert. Die Juden zur Zeit Jesu aßen am Abend vor diesem Fest im
Familienkreis ein Lamm. Da Jesus in zeitlicher Nähe zu diesem jüdischen Fest
hingerichtet worden ist und „am dritten Tag” danach, an einem Sonntag, von
den Toten auferstanden ist, sahen die Christen in ihm das „wahre Osterlamm”,
das sogar der Sklaverei des Todes ein Ende setzen kann. Das jüdische Pessach
(wörtliche Bedeutung: Vorübergang) bekam für sie einen neuen Sinn:
Übergang vom Tod zum Leben – durch Christus. Osternacht Die Osternacht und damit das Osterfest beginnt
mit dem Sonnenuntergang am Karsamstag. (Nach biblischer Tradition beginnt ein
Tag immer mit dem Vor-Abend und dauert bis zum nächsten Abend). Nächtliche
Liturgie Die Liturgie der Osternacht – sie soll frühestens
nach Sonnenuntergang beginnen und spätestens mit dem Sonnenaufgang schließen
– gliedert sich in vier große Teile: die Lichtfeier (rund um die Osterkerze),
die Wortgottesfeier (zentrale Lesungen aus der Heiligen Schrift), die
Tauffeier (Taufen, Erneuerung des Taufversprechens) und die Eucharistiefeier. Osterbrauchtum Rund um Ostern gibt es viele Bräuche. Das
Schenken von (gesegneten) Ostereiern ist ein altchristlicher Brauch und
erinnert daran, dass früher nach der langen Fastenzeit erst zu Ostern wieder
Eier gegessen werden durften. Die Einfärbung diente ursprünglich wohl dazu,
die gesegneten von den nicht gesegneten Eiern zu unterscheiden. Auch die so
genannte „Fleischweihe“, die Segnung der Osterspeisen, hat ihren Ursprung im
fröhlich begangenen Ende der Fastenzeit. Das
Wort „Ostern” Der Name Ostern könnte vom gallofränkischen
austro
(Morgenlicht) oder vom germanischen aus-tra („beim Wasserschöpfen“) kommen. Letzteres lässt
an die Tauffeiern in der Osternacht denken. Die früher vertretene These,
Ostern leite sich von einer germanischen Göttin Ostara ab, hat sich als haltlos erwiesen. Karl Veitschegger (2012) Osternacht feiern Beitrag für
Pfarrblatt Graz-Mariahilf, Frühling 2026 Ostern ist das größte Fest der Christenheit, die
Osternacht die heiligste Nacht. Ihre Liturgie erinnert nicht nur an die
Auferstehung Jesu vor 2000 Jahren, sondern will uns heute teilhaben
lassen an Jesu „Übergang“ (aramäisch „Pas-cha“) vom
Tod zum Leben. Sie tut das in vier Feier-Schritten durch eindrucksvolle
Symbole, Handlungen und Worte: 1. Lichtfeier: Segnung des Feuers, das aus toten Steinen geschlagen wird: Symbol
der Auferstehung; Hellwerden der dunklen Kirche durch den Einzug der
Osterkerze: „Lumen Christi“ — das Christuslicht wird weitergegeben und soll
alle erleuchten; Jubelgesang des Exultet. 2. Wortgottesfeier: Hören
uralter Bibel-Erzählungen über Gott, den Schöpfer, Begleiter und Befreier
seines Volkes; fröhliches Halleluja und Evangelium von der Auferstehung des
Gekreuzigten: Er lebt! Auch jetzt unter uns. 3. Tauffeier: Weihe des Wassers, mit dem Menschen zu „geliebten Söhnen und
Töchtern Gottes“ getauft werden; gemeinsames Bekenntnis zum Gott des Lebens
und Erneuerung des Bundes mit ihm. Er ist treu. 4. Eucharistiefeier: In
den Gestalten von Brot und Wein vereinigt sich der Auferstandene mit den
Mitfeiernden: „Wer von diesem Brot isst, wird leben in Ewigkeit.“ Seine Liebe
wird letztlich stärker sein als Angst, menschliche Bosheit, Leid und Tod. Karl Veitschegger (2026) An die Auferstehung Jesu glauben Zurück zur Startseite von
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